Haushaltshilfe vom Pflegedienst – Aufgaben, Anspruch & Kosten 2026
- 29. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Jan.
Viele Pflegebedürftige und Angehörige fragen sich:
Was macht eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst, wer hat Anspruch darauf und was zahlt die Pflegekasse?
Eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst unterstützt Pflegebedürftige im Alltag bei hauswirtschaftlichen Aufgaben, wenn diese nicht mehr selbstständig erledigt werden können. Je nach Pflegegrad können die Kosten ganz oder teilweise von der Pflegekasse übernommen werden – zum Beispiel über den Entlastungsbetrag oder die Pflegesachleistungen.
In diesem Ratgeber erklären wir verständlich und praxisnah,
welche Aufgaben eine Haushaltshilfe übernimmt
wer Anspruch auf Haushaltshilfe hat
wie viele Stunden möglich sind
und was eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst kostet
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst?
Eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst ist Teil der sogenannten hauswirtschaftlichen Versorgung. Sie unterstützt Pflegebedürftige im häuslichen Umfeld bei alltäglichen Aufgaben, die aufgrund von körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen nicht mehr selbstständig erledigt werden können.
Die Haushaltshilfe wird in der Regel von einem ambulanten Pflegedienst erbracht, der direkt mit der Pflegekasse abrechnen kann. Ziel ist es, Pflegebedürftigen ein möglichst selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen und Angehörige zu entlasten.
Welche Aufgaben übernimmt eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst?
Welche Aufgaben eine Haushaltshilfe übernimmt, hängt vom individuellen Bedarf und vom Pflegegrad ab. Typische Tätigkeiten sind unter anderem:
Reinigung der Wohnung (Staubsaugen, Wischen, Oberflächen reinigen)
Wäsche waschen, trocknen und bügeln
Einkaufen von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs
Zubereitung einfacher Mahlzeiten
Müllentsorgung
Unterstützung beim Organisieren des Haushalts
👩⚕️ Wichtig:
Eine Haushaltshilfe ersetzt keine medizinische oder pflegerische Behandlung, sondern ergänzt die Pflege im Alltag. Medizinische Leistungen wie Wundversorgung oder Medikamentengabe gehören nicht zu den Aufgaben der Haushaltshilfe.

Wer hat Anspruch auf Haushaltshilfe vom Pflegedienst?
Grundsätzlich können Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 bis 5, die zu Hause versorgt werden, Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben. Die Finanzierung unterscheidet sich jedoch je nach Pflegegrad.
Haushaltshilfe nach Pflegegrad – einfach erklärt
Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1
Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 erhalten keine Pflegesachleistungen, haben aber Anspruch auf den Entlastungsbetrag.
131 € pro Monat
Zweckgebunden für anerkannte Leistungen
Kann für Haushaltshilfe genutzt werden
Abrechnung über anerkannte Anbieter oder Pflegedienste
Keine direkte Auszahlung
Haushaltshilfe bei Pflegegrad 2 bis 5
Ab Pflegegrad 2 erfolgt die Finanzierung in der Regel über die Pflegesachleistungen. Die hauswirtschaftliche Versorgung ist Teil dieser Leistungen und kann direkt über einen ambulanten Pflegedienst mit der Pflegekasse abgerechnet werden.
Je höher der Pflegegrad, desto höher ist das monatliche Budget:
Pflegegrad | Pflegesachleistungen pro Monat |
796 € | |
1.497 € | |
1.859 € | |
2.299 € |
👉 Aus diesem Budget kann – je nach Versorgungsplan – auch die Haushaltshilfe finanziert werden.
Beispiel:
Hat eine pflegebedürftige Person Pflegegrad 3 und nutzt keine körperbezogenen Pflegeleistungen, kann ein Großteil des Budgets für die Haushaltshilfe eingesetzt werden.
👉 Ausführliche Informationen je Pflegegrad:
Pflegegrad 2 Haushaltshilfe – Anspruch, Stunden & Kosten
Pflegegrad 3 Haushaltshilfe – Anspruch, Stunden & Kosten
Pflegegrad 4 Haushaltshilfe – Anspruch, Stunden & Kosten
Pflegegrad 5 Haushaltshilfe – Anspruch, Stunden & Kosten
Was kostet eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst?
Die Kosten für eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst liegen in der Praxis meist zwischen 30 und 45 Euro pro Stunde. Der genaue Preis hängt ab von:
dem regionalen Anbieter
dem Umfang der Leistungen
dem Pflegegrad
der Abrechnung über Pflegekasse oder Entlastungsbetrag
In vielen Fällen übernimmt die Pflegekasse die Kosten ganz oder teilweise, sodass kein oder nur ein geringer Eigenanteil entsteht.
Wie viele Stunden Haushaltshilfe sind möglich?
Wie viele Stunden Haushaltshilfe möglich sind, hängt vom verfügbaren monatlichen Budget ab.
Beispiel Entlastungsbetrag:
131 € pro Monat
bei 35 € pro Stunde → ca. 3–4 Stunden Haushaltshilfe
Bei Pflegesachleistungen:
deutlich mehr Stunden möglich
abhängig vom Pflegegrad und dem übrigen Pflegebedarf
Nicht genutzte Beträge können in vielen Fällen angespart und später verwendet werden.
Haushaltshilfe vom Pflegedienst beantragen – Schritt für Schritt
Pflegegrad beantragen oder prüfen
Ambulanten Pflegedienst kontaktieren, der hauswirtschaftliche Leistungen anbietet
Pflegekasse über die geplante Versorgung informieren
Individuellen Versorgungsplan erstellen lassen
Abrechnung erfolgt direkt über Pflegekasse oder Entlastungsbetrag
💡 Tipp: Eine Pflegeberatung hilft, die vorhandenen Budgets optimal zu nutzen und nichts zu verschenken.
Unterschied: Haushaltshilfe über Pflegekasse oder Krankenkasse
Die Haushaltshilfe vom Pflegedienst ist nicht zu verwechseln mit der Haushaltshilfe nach einem Krankenhausaufenthalt.
Pflegekasse:
bei vorhandenem Pflegegrad
langfristige Unterstützung
Teil der Pflegeleistungen
Krankenkasse:
zeitlich begrenzt
z. B. nach Krankenhaus oder Operation
ärztliche Verordnung notwendig
auch ohne Pflegegrad möglich
Häufige Fragen zur Haushaltshilfe vom Pflegedienst
Wie oft kommt eine Haushaltshilfe?
Das hängt vom Pflegegrad, dem verfügbaren Budget und dem individuellen Bedarf ab. Möglich sind einzelne Stunden pro Monat bis hin zu regelmäßigen Einsätzen pro Woche.
Kann ein Angehöriger die Haushaltshilfe übernehmen?
In der Regel nicht, wenn die Leistung über einen Pflegedienst abgerechnet wird. Angehörige können jedoch über Pflegegeld oder andere Leistungen unterstützt werden.
Muss ich für die Haushaltshilfe zuzahlen?
In vielen Fällen übernimmt die Pflegekasse die Kosten vollständig. Eine Zuzahlung kann entstehen, wenn das monatliche Budget überschritten wird.
Wie viel kostet eine Haushaltshilfe pro Stunde beim Pflegedienst?
Die Kosten liegen meist zwischen 30 und 45 Euro pro Stunde. In vielen Fällen übernimmt die Pflegekasse die Kosten ganz oder teilweise über Pflegeleistungen.
Wie hoch ist der Stundenlohn beim Pflegedienst?
Pflegedienste rechnen nicht den Lohn, sondern den Leistungspreis ab. Dieser umfasst Personal-, Verwaltungs- und Fahrtkosten.
Was darf eine Haushaltshilfe vom Pflegedienst nicht machen?
Nicht erlaubt sind medizinische oder pflegerische Tätigkeiten wie:
Medikamentengabe
Wundversorgung
Körperpflege
Diese Aufgaben übernehmen Pflegefachkräfte.
Hat man bei Pflegegrad 1 Anspruch auf Haushaltshilfe?
Ja. Über den Entlastungsbetrag von 131 € pro Monat kann eine Haushaltshilfe finanziert werden – allerdings nur über anerkannte Anbieter.
Wie viele Stunden Haushaltshilfe sind bei Pflegegrad 1 möglich?
Je nach Stundensatz sind etwa 3–4 Stunden pro Monat realistisch.
Wie viele Stunden Haushaltshilfe sind bei Pflegegrad 2 möglich?
Bei Pflegegrad 2 kann die Haushaltshilfe über die Pflegesachleistungen abgerechnet werden. Dadurch sind deutlich mehr Stunden möglich als bei Pflegegrad 1.
Die genaue Stundenanzahl hängt vom monatlichen Budget ab.
Mehr Details finden Sie hier:
Wie viele Stunden Haushaltshilfe sind bei Pflegegrad 3 möglich?
Das hängt vom individuellen Pflegebedarf ab. Bei Pflegegrad 3 stehen monatlich 1.497 € zur Verfügung, die auch für Haushaltshilfe genutzt werden können.
Die genaue Stundenanzahl hängt vom monatlichen Budget ab.
Mehr Details finden Sie hier:
Wann zahlt die Pflegekasse eine Haushaltshilfe?
Die Pflegekasse zahlt, wenn:
ein Pflegegrad vorliegt
die Leistung über einen anerkannten Pflegedienst erfolgt
das Budget korrekt genutzt wird
Was zahlt die Pflegekasse für eine Haushaltshilfe?
Je nach Pflegegrad entweder:
den Entlastungsbetrag (Pflegegrad 1)
oder die Pflegesachleistungen (Pflegegrad 2–5)
Kostenlose Beratung zur Haushaltshilfe
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